Aktuelle Fernsehtipps zum Thema Fotografie

Vielen Dank an Klaus Gehring von der focus Fotogruppe Ravensburg e.V. http://www.focus-rv.de für die Empfehlung einer Zusammenstellung aktueller Fernsehtipps zum Thema Fotografie. Die Liste wurde von der Webseite http://www.fotonanny.blogspot.de übernommen und kann auch nach Klicken auf den Beitragstitel auch in pdf-Format betrachtet und gespeichert werden.

Als pdf anschauen: 

Die Sendung „Men at Lunch“ ist jetzt online unter http://www.servustv.com/cs/Satellite/Article/Men-At-Lunch-011259569479840

foto-fernsehtipps-aktuell

Freitag, 14. Februar 2014 – 14.15 – 15.15 RBB
Freitag, 14. Februar 2014 – 15.00 – 16.00 WDR
Planet Wissen: Michael Martin fotografiert Wüsten – und lebt davon

Samstag, 15. Februar 2014 – 5.00 – 5.25 arte
Donnerstag, 13. März 2014 – 3.35 – 4.00 arte
Photo: Der Pictorialismus
Dokumentation, Frankreich, 2012
Der Pictorialismus wollte die Fotografie von ihrem „Geburtsfehler“ – der objektiven und
mechanischen Genauigkeit – befreien und strebte nach der für die Malerei typischen Subjektivität,
nach weichen Konturen und „künstlerischer Unschärfe“. Der Pictorialismus entwickelte sich zeitgleich
mit dem Symbolismus und teilte dessen Ablehnung der modernen Welt. Seine Motive waren
vorwiegend nostalgisch oder ohne jeglichen zeitlichen Bezug: Die Fotos zeigten Geschichtliches,
Mythen, religiöse Motive, Landschaften oder Akte. So rückwärtsgewandt der Pictorialismus
thematisch und ästhetisch war, so gewagt ging er formal vor und entwickelte fotografische
Methoden – Weichzeichnung, Spezialobjektive, zeichnerische, grafische oder malerische
Nachbearbeitung der Abzüge – die auch fortschrittliche zeitgenössische Fotografen anwenden.
Getragen wurde diese gegenläufige Avantgarde von großen Fotografen wie Robert Demachy, Alvin
Langdon Coburn, Frank Eugene, Edward Steichen und Alfred Stieglitz. Sie stellten ihre Kreativität in
den Dienst einer Kunst, die mehr sein sollte als „nur“ Fotografie und die in Europa und den USA rund
zwei Jahrzehnte lang den Ton angab.

Sonntag, 16. Februar 2014 – 12.00 – 12.30 arte
Samstag, 22. Februar 2014 – 5.05 – 5.30 arte
Mittwoch, 5. März 2014 – 4.15 – 5.05 arte
Photo: Die experimentelle Fotografie der 20er Jahre
Dokumentation, Frankreich, 2012
Für die politisch häufig links orientierte Fotografie-Avantgarde der 20er Jahre stehen berühmte
Namen wie László Moholy-Nagy, El Lissitzky, Umbo und Alexander Rodtschenko. Wie auch die
verwandten künstlerischen Strömungen Konstruktivismus und Bauhaus, bricht das „Neue Sehen“ mit
den tradierten Regeln professioneller Fotografen. Die experimentelle Fotografie ist eng verzahnt mit
der städtischen Kultur, aus der sie stammt: Extreme Auf- oder Untersichten, absichtlich
unausgewogene Bildkompositionen, ungewöhnliche Bildperspektiven oder Verzerrungen feiern die
Dynamik und Modernität von Maschinen und modernen Städten. Die Anhänger des „Neuen Sehens“
sind von Wissenschaft und Technik fasziniert und weisen die Methoden der alten „Fotografie als
Kunstform“ kategorisch von sich. „Von nun an“, schreibt der Bauhaus-Lehrer Moholy-Nagy, „wird der
Zukunftswert der Fotografie nicht mehr von der Meinung eines Kunstkritikers, sondern von ihren
Gesetzen selbst bestimmt“. Die neue Kunstrichtung experimentiert mit Fotogrammen, das heißt mit
direkter Belichtung ohne Kamera, sowie mit Collagen und Doppelbelichtungen. Sie setzt alle
denkbaren Mittel ein, um durch die Fotografie den Blick der Menschen zu erneuern und das
menschliche Auge „mit Hilfe der mechanischen Optik zu schulen“. So schreibt der russische Künstler
Alexander Rodtschenko 1934: „Die Fotografie verfügt über alle notwendigen Rechte und Vorzüge,
um die Kunstform unserer Zeit zu sein.“ Doch diese experimentelle Utopie konnte der großen Krise
der 30er Jahre nicht standhalten – mit den aufstrebenden totalitären Regimes in Deutschland und der
UdSSR kehrte die „gute Fotografie“, der Realismus und der Akademismus, nach Europa zurück.

Samstag, 22. Februar 2014 – 10.15 – 12.00 Servus TV
Waste Land – Kunst aus Müll
Dokumentarfilm, Kanada, 2010
Fast drei Jahre folgt die berührende Doku „Waste Land“ dem brasilianischen Künstler Vik Muniz in
seine Heimat nach Rio de Janeiro. In Jardim Gramacho. der größten Müllkippe unseres Planeten, am
Stadtrand Rios fotografiert Muniz dort die sogenannten Catadores, Müllsammler, die oft sogar auf
der Kippe wohnen. Muniz lässt sie seine großformatigen Porträts von ihnen aus Müll nachbilden, um
die so entstanden Werke zu ihren Gunsten zu versteigern.

Sonntag, 23. Februar 2014 – 12.00 – 12.25 arte
Samstag, 1. März 2014 – 5.05 – 5.35 arte
Die surrealistische Photographie
Frankreich, 2009
„Nichts gibt dem Surrealismus mehr Recht als die Fotografie.“ Stan Neumann verfolgt diese These
Salvador Dalís und zeigt, dass dahinter meist keine bewusste Entscheidung des Fotografen steht.
Man Ray, Dora Maar, Manuel Àlvarez Bravo, Brassai, André Kertész und Henri Cartier-Bresson zählen
zu den bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Doch keiner von ihnen gehörte der Gruppe
der Surrealisten an. In ihren Arbeiten aus den 30er Jahren kommen jedoch die intensivsten und
lebendigsten Seiten des Surrealismus zum Ausdruck. Die Fotografie war für die Surrealisten das
Instrument für einen neuen Blick, der hinter dem banalen Äußeren eine nie gesehene Wirklichkeit an
die Oberfläche befördert. Ob dokumentarisch und objektiv oder träumerisch und fantastisch – in dem
kuriosen Krieg, den die Surrealisten mit der Realität ausfochten, war die Fotografie eine
entscheidende Waffe. Im Film wird jedes Foto zu einer dreidimensionalen Geschichte in Zeit und
Raum, einer Art fotografischem Drama gleich, an dessen Ende das fertige Produkt steht. So erlebt der
Zuschauer gewissermaßen von innen, wie diese Werke entstanden und wie Einstellungen,
Beleuchtung, Doppelbelichtung, Solarisation und Fotomontagen eingesetzt wurden. Dabei wird er
selbst zum Akteur des komplexen Austauschs zwischen Fotografie, Fantasie und Wirklichkeit.

Donnerstag, 27. Februar 2014 – 0.00 – 0.55 arte
Das Jahrhundert des Henri Cartier-Bresson
Künstlerporträt, Frankreich, 2012
Eigentlich wollte er Maler werden, doch dann prägte Henri Cartier-Bresson das 20. Jahrhundert mit
seiner Kamera. Seine Leica M schussbereit, lag er, wie er selbst gerne sagte, „auf der Lauer“ und
wartete auf den „entscheidenden Augenblick“. Seine Bilder waren durchweg in Schwarz-Weiß und
immer im Maßstab des Kleinbildnegativs gehalten. Henri Cartier-Bresson hielt die großen Ereignisse
des 20. Jahrhunderts fest, von der Befreiung von Paris 1944, der Machtübernahme der Kommunisten
in China 1959 bis hin zur den ersten Bildern aus der Sowjetunion 1955. Die Menschheit verdankt ihm
auch eine Reihe wunderschöner Porträts von großen Persönlichkeiten aus dieser Zeit. So porträtierte
er neben vielen anderen auch Mahatma Ghandi, Coco Chanel, Harry S. Truman, das Ehepaar Joliot-
Curie, Georges Braque und Pierre Bonnard. ARTE widmet dem französischen Fotografen eine
umfassende Retrospektive. In 52 Minuten lässt sein Landsmann und Freund, der Filmemacher Pierre
Assouline, Henri Cartier-Bresson zu Wort kommen. Die Dokumentation erzählt die Geschichte des
Menschen Cartier-Bresson, die untrennbar mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts verbunden ist.
Henri Cartier-Bressons Gedanken zu den Bildern und ihrer Geschichte werden in der deutschen
Fassung von Martin Umbach gesprochen.

Donnerstag, 27. Februar 2014 – 2.15 – 3.15 arte
Paul Smith, Gentleman Designer
Dokumentation, Frankreich, 2010
Seit 40 Jahren arbeitet Paul Smith für die internationale modebewusste Rock- und Politprominenz.
Im Londoner Stadtteil Covent Garden besuchen ihn Mike Jagger, Franz Ferdinand, Tony Blair oder
David Bowie in seinem Atelier, das gleichzeitig Firmensitz ist. Das Erfolgsgeheimnis des Marketing-
Genies Paul Smith ist ein sehr eigener Stil: „classic with a twist“ (zu Deutsch: klassisch mit dem
gewissen Etwas) mit Anleihen aus der Popkultur, gepaart mit außergewöhnlichem Geschäftssinn und
grenzenloser Fantasie. Smith schöpft aus allem, was als typisch britisch gilt: Humor, Pop, Dandytum
und Punk, aber auch Konventionen, Kunst- und Kostümgeschichte. Die berühmte britische Exzentrik,
bei der sich kaum zwischen Realität und Klischee unterscheiden lässt, regt ihn immer wieder zu einer
glamourösen und ironischen Mode an. Paul Smith erscheint nach wie vor wie ein großer Junge, der
sich „in Modekreisen noch nicht ganz anerkannt“ fühlt und der seinen neugierigen Blick auf die Welt
nicht verloren hat. In der Londoner Kean Street befindet sich die Schaltzentrale seines Reiches. Hier
strömen die Einflüsse zusammen, hier überprüft er alles kritisch und verwandelt es in Entwürfe,
Kleidungsstücke, Motive, aber auch in Design für Autos, Motorräder, Möbel und Teppiche. In London
und Tokio feiert Paul Smith sein 40-jähriges Geschäftsjubiläum. Er spricht über seine Kindheit, seine
Anfänge in der Modewelt, seinen ungeheuren Erfolg, die Prominenten, denen er begegnet, über
Männer, Fotografie, Musik, Kunst, Kostüm und über das typisch Britische. Die Dokumentation bietet
einen Einblick in den Schaffensprozess des Designers. Sie beschreibt, wie Smith seinen Humor, seine
gute Laune und Originalität als Markenzeichen verwendet, um seine Position in der Modewelt zu
festigen und auszubauen. Hinter seinem sympathischen und offenen Wesen verbirgt sich auch ein
harter Geschäftsmann. Die Mode ist eine Industrie und stellt einen riesigen Markt dar, dessen
Spielregeln Smith perfekt beherrscht und auf die er – stets mit einem Lächeln auf den Lippen – seinen
weltweiten Verkaufsstab einschwört.

Donnerstag, 27. Februar 2014 – 22.30 – 23.15 BR
Freitag, 28. Februar 2014 – 3.50 – 4.35 BR
Samstag, 1. März 2014 – 19.30 – 20.15 BR alpha
LIDO: William Eggleston – Fotograf
2008
William Eggleston ist der Vater der künstlerischen Farbfotografie. Sein spezieller Blick inspirierte
Generationen von Künstlern und Filmemachern. 1976 wurden Egglestons Bilder zum ersten Mal in
einer umfassenden Einzelausstellung im New Yorker Museum of Modern Art präsentiert. Kritik und
Publikum reagierten zunächst verhalten bis vernichtend. Mehr als 30 Jahre später kehrte William
Eggleston im November 2008 mit der großen Retrospektive „Democratic Camera“ in das Whitney
Museum for American Art nach New York zurück. Diesmal feierte ihn die New York Times, genauso
wie die gesamte amerikanische Kunstpresse als einen Klassiker, der für die Fotografiegeschichte
stilbildend wirkte. Im Februar 2009 war die große Werkschau im Münchner Haus der Kunst zu sehen.
Der Münchner Dokumentarfilmer Reiner Holzemer hat den Fotografen William Eggleston im Herbst
2007 in Memphis besucht. Zum ersten Mal gelang es, den scheuen Künstler über die Entstehung
seines Werkes zu befragen und ihn auf einem fotografischen Spaziergang durch Memphis zu
begleiten. Der amerikanische Fotograf William Eggleston (*1939) gilt als Wegbereiter der modernen,
künstlerischen Farbfotografie. Seine Aufnahmen zeigen meist unspektakuläre, banale Motive aus
dem amerikanischen Alltagsleben, die er in der Regel in der Umgebung seiner Heimat Memphis,
Tennessee und Mississippi aufgenommen hat. Eggleston sagt, dass er „demokratisch“ fotografiere,
und meint damit, dass er alle Motive, egal ob Mensch, Landschaft oder Gegenstand, gleichwertig
betrachte. In der formalen Komposition wirken seine Bilder oft amateurhaft, als wären sie zufällig
entstanden. Anders als sein großes Vorbild Henri Cartier Bresson sucht William Eggleston keine
„entscheidenden Augenblicke“. Auch ist ihm jegliches fotojournalistisches Interesse völlig fremd. „I
am at war with the obvious – Ich hasse das Offensichtliche“ hat er einmal bekannt. Stattdessen
fotografiert er Momente, die mehrdeutig und offen interpretierbar sind. Seit Ende der 60er-Jahre
fotografiert William Eggleston in Farbe. Damit betrat er künstlerisches Neuland in einer Zeit als
Farbfotografie noch als vulgär abqualifiziert wurde. Eggleston nutzte für seine Bilder frühzeitig das
damals in der Werbung weit verbreitete Dye-Transfer-Verfahren. Damit konnte er, ähnlich wie ein
Maler, die Farbintensität und somit auch die psychologische Wirkung seiner Aufnahmen beliebig
manipulieren.

Donnerstag, 13. März 2014 – 23.25 – 0.25 Servus TV
Freitag, 14. März 2014 – 2.40 – 3.35 Servus TV
Men At Lunch – Ein Kultfoto und seine Geschichte
Dokumentation, Irland, 2012
„Mittagspause auf einem Wolkenkratzer“ ist eine berühmte Schwarz-Weiß-Fotografie, die am 29.
September 1932 entstand. Das Foto zeigt elf Stahlarbeiter bei ihrer Mittagspause in
schwindelerregender Höhe. Die Männer sitzen auf einem Stahlträger im 69.Stockwerk des
Rockefeller Center, 200 Meter über den Straßen von Manhattan in New York. Der Dokumentarfilm
„Men At Lunch – Ein Kultfoto und seine Geschichte“ des irischen Regisseurs Sean O Cualain
beschäftigt sich mit der Baugeschichte der Stadt New York, die stark von den zahlreichen Migranten
im Bauwesen geprägt ist. Der Entstehung des „Rockefeller Center“, einem Baukomplex von
insgesamt 21 Hochhäusern, ist in diesem Zusammenhang zu sehen. „Men At Lunch – Ein Kultfoto und
seine Geschichte“ rekapituliert aber auch die mysteriöse Geschichte der Entstehung der
bekanntesten Fotografie der Welt. Weder der Urheber der Fotografie noch die Identität der elf
Stahlarbeiter sind bis heute zweifelsfrei geklärt.

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